Bekleidung


Funktionsbekleidung - Wie eine zweite Haut


Baukastenprinzip moderner Sportbekleidung:

Wenn Sportlern abwechselnd heiß und kalt wird, heißt das, dass die Sportbekleidung nicht funktioniert - mit Folgen: Erkältung, nachlassende Konzentration und Zerrungen an ausgekühlten Muskeln oder sogar ein Kreislaufkollaps bei Überhitzung sind keine Seltenheit.

Warum schwitzen....?

Es klingt paradox: Der Sportler heizt sich selbst bei Bewegung richtig ein, nur ein Drittel der Energie verbraucht der Muskelapparat, der Rest wird in Wärme abgegeben. Damit das Blut des Sportler nicht zu "kochen" beginnt, folgt prompt die Gegenreaktion des Körpers: Er beginnt zu schwitzen. Mit der Verdunstung setzt der Kühleffekt ein. Zu 90 Prozent erfolgt diese körpereigene Wärmeregulation über die Haut, nur zu zehn Prozent über die Atmung.

Materialtechnologie:

Das ausgeklügelte Prinzip funktioniert allerdings nur reibungslos, wenn der Schweiß auch tatsächlich nach außen gelangt und nicht an der Barriere "Kleidung" scheitert, beispielsweise an einem schlichten Baumwoll-Shirt. Baumwolle saugt Schweiß zwar im Eiltempo auf, doch quellen dabei die Fasern des Naturmaterials auf, die Poren im Stoff schließen sich, die Feuchtigkeit kann nicht mehr abtransportiert werden - das nasse, schwere Shirt klebt unangenehm auf der Haut.

Im Gegensatz dazu werden Funktionsfasern so konstruiert, dass sie keinen Wasserdampf aufnehmen, sondern ihn nach außen weiterleiten. An der Oberfläche kann die Feuchtigkeit schnell verdunsten, die Haut fühlt sich trocken an. Schon die Rohstoffauswahl ist entscheidend für die Entstehung von Funktionsprodukten. Grundlegend wird zwischen Natur- und Chemiefasern unterschieden, innerhalb der Chemiefasern dann wieder zwischen natürlichen und synthetischen….

Das Geheimnis der drei Schichten:

Funktionelle Sportbekleidung muss viel können: Schweiß transportieren, Wärme regulieren, Wetter- und UV-Schutz bieten. Gleichzeitig soll sie sich gut anfühlen und Bewegungsfreiheit gewährleisten. Passform, Material und technische Details müssen bei jedem "Einzelstück" sitzen. Zusätzlich müssen sich die unterschiedlichen Bekleidungsschichten von der Unterwäsche bis zur Jacke ergänzen, damit die Klima-Automatik sogar bei wechselnden Belastungen, bei Power und Pause reibungslos läuft.

Im besten Fall bauen drei Schichten aufeinander auf:

In der ersten hautnahen Schicht liegt der Funktions-Fokus auf dem schnellen Transport der Feuchtigkeit weg von der Haut. Dadurch werden kalte Schauer durch Nässerückstaus verhindert. Gleichzeitig wird dem Sportler nicht heiß, weil der Schweiß an der Faseroberfläche sofort verdunstet und der Kühleffekt dann einsetzt, wenn er gebraucht wird. Die Feuchtigkeit wird an die nächste Schicht weitergegeben und so fühlt sich die Haut immer trocken an.

Die zweite Schicht dient der Wärmeisolation. Die Menge der eingeschlossenen Luft im Material bestimmt den Isolationsgrad. Denn Luft ist ein genialer Wärmeisolator, bekannt von Daunenjacken bis hin zu Gebäudeisolationen. Optimal bei Minusgraden sind leicht voluminöse Materialien, die innen aufgeraut Luftpölsterchen einschließen und so die Wärme am Körper halten.

Die dritte Schicht dient - Jacke wie Hose - dem Schutz vor Regen, Wind und Kälte. Auch hier darf der Feuchtigkeitstransport selbstverständlich nicht behindert werden. Der Trick, beides gleichzeitig zu schaffen, gelingt aufgrund eines physikalischen Phänomens: Winzige Wasserdampf-Partikel entweichen problemlos durch die kleinen Poren zwischen den extrem dünnen Mikrofasern. Für die im Verhältnis dazu riesigen Regentropfen gibt es kein Durchkommen.

Vorteil:

Schweiß wird sofort nach außen abgeleitet, die Haut bleibt trocken, die Erkältungsgefahr auf Grund nasser Kleidung wird erheblich reduziert. Und sollte man dennoch mal durch Regen oder eine nicht optimale Oberbekleidung nass werden, trocknet die zweite Haut im Vergleich zu normaler Bekleidung wie z.B. Baumwoll-T-Shirts sehr schnell! Da klebt oder feuchtelt nichts.

Weiteres Plus:

Die Bekleidungslinien sind von Haus aus so lange geschnitten - und sogar im Rückenbereich heruntergezogen, dass sie nicht über die Hüften rutschen und die Nierengegend freilegen. Die für Entzündungen anfällige Niere bleibt so gegen kalten Wind geschützt.